Was ist Karate?
Karate ist weit mehr als eine Sammlung von Schlag- und Tritttechniken. Es ist eine Kampfkunst, die körperliche Stärke, Ausdauer und Präzision mit geistiger Disziplin, Respekt und charakterlicher Entwicklung verbindet.
Das Wort „Karate" (空手) bedeutet wörtlich „leere Hand" – also Kampf ohne Waffen, allein mit dem eigenen Körper. Die tiefere Bedeutung geht jedoch weiter: die Leere des Egos, das Loslassen von Selbstsucht.
Wir trainieren nach dem Shotokan-Stil – der Schule, die Gichin Funakoshi im frühen 20. Jahrhundert geprägt hat und die heute weltweit eine der verbreitetsten Karate-Stilrichtungen ist.
Geschichte des Karate
Okinawa – Die Geburtsstunde
Karate entstand auf der Insel Okinawa. Als die Bevölkerung entwaffnet wurde, entwickelten die Menschen eine Methode zur Selbstverteidigung ohne Waffen – allein mit dem eigenen Körper. Diese Techniken wurden über Jahrhunderte im Geheimen weitergegeben.
Der Einzug in die Schulen
Als die positiven körperlichen und charakterbildenden Wirkungen des Karatetrainings erkannt wurden, hielt es Einzug in okinawanische Schulen. Die Kampfkunst wurde systematisiert und zur allgemeinen Erziehung eingesetzt.
Gichin Funakoshi bringt Karate nach Japan
Im Jahr 1922 stellte Gichin Funakoshi (1868–1957) Karate in Tokyo vor und begründete damit die Verbreitung in Japan. Er gründete die Shotokan-Schule und prägte die modernen Prinzipien: Karate ist ein Weg zur Persönlichkeitsentwicklung, kein Mittel zum Kampf.
Weltweite Verbreitung
Seit den 1960er Jahren verbreitete sich Karate weltweit. Heute trainieren Millionen Menschen nach dem Shotokan-Stil – als Sportart, als Selbstverteidigung und als Weg der persönlichen Entwicklung.
Gichin Funakoshi (1868–1957)
Gichin Funakoshi gilt als „Vater des modernen Karate". Er war der Erste, der Karate vom kleinen Okinawa auf das japanische Festland brachte und es damit der Welt zugänglich machte. Er verstand Karate nicht als Kampfsystem, sondern als Weg der Selbstkultur – als „Karate-Dō" (空手道), den Weg der leeren Hand.
Sein bekanntestes Dojo nannte er Shōtō-kan (松涛館), was so viel bedeutet wie „Halle der Pinien und Wellen". Dieser Name wurde zum Synonym für seinen Stil: Shotokan.
„Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt." – Gichin Funakoshi
Dojo-Regeln
Diese Regeln gelten in unserem Dojo und leiten unser gemeinsames Training.
- 1
Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt.
- 2
Es gibt keinen ersten Angriff im Karate.
- 3
Karate steht im Dienst der Gerechtigkeit.
- 4
Erkenne zuerst dich selbst, dann andere.
- 5
Karate ist lebenslange Übung des Geistes.
- 6
Trainiere deinen Geist und deine fachliche Fähigkeit.
- 7
Unfälle entstehen durch Unachtsamkeit.
- 8
Denke nicht, dass Karate nur in der Halle geübt wird.
- 9
Das Üben von Karate erfordert ein ganzes Leben.
- 10
Verbinde Dein alltägliches Leben mit Karate – das ist der Zauber der Kunst.
Verbände & Ressourcen
Offizielle Stellen und Dokumente rund um Shotokan und Karate in Deutschland.
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Karate lässt sich nicht allein durch Lesen verstehen. Komm zu einem Schnuppertraining und erlebe es selbst.
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